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Das Erbe der Bretton-Woods-Konferenz

Vom 1. bis 22. Juli 1944 legten in Bretton Woods 44 Staaten Regeln für die Weltwirtschaft fest. Prof. Eugénia da Conceição-Heldt, Reformrektorin der Hochschule für Politik an der Technischen Universität München (TUM) ist Herausgeberin eines Sonderbands zum Jubiläum. Ihr Fazit: Während Chinas Machtambitionen die Errungenschaften von Bretton Woods nicht gefährden, könnte zunehmender Populismus durchaus Auswirkungen haben. Während das vor 75 Jahren bei der Konferenz von Bretton Woods im US-Bundesstaat New Hampshire beschlossene Währungssystem gut 30 Jahre später zusammenbrach, haben sich zwei damals geschaffene Einrichtungen zu einflussreichen Akteuren der Weltpolitik entwickelt: die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF). Beide prägen das internationale Geschehen stärker, als bei ihrer Gründung abzusehen war. Eugénia da Conceição-Heldt, Professorin für European and Global Governance und Gründungsdekanin der TUM School of Governance ist Herausgeberin eines Sonderbands des „Review of International Political Economy“ zum 75. Jahrestag der Konferenz. In zwei Beiträgen untersucht sie mit ihren Co-Autoren, wie sich Weltbank und IWF verändert haben und auf welche Weise sie neue Institutionen prägen. IWF und Weltbank im Wandel Prof. Eugénia da Conceição-Heldt Ein Sonderband des "Review of International Political Economy" untersucht das Erbe der Konferenz in Bretton Woods vor 75 Jahren. Herausgeberin ist Prof. Eugénia da Conceição-Heldt. Bild: Astrid Eckert / TUM Weltbank und IWF sind seit 1944 stark gewachsen. Hatte der IWF bei seiner Gründung rund hundert Angestellte, sind es heute mehr als 3000. Das Budget des Fonds stieg von zwei Millionen auf 1,2 Milliarden US-Dollar. Die Weltbank – mittlerweile die Weltbank-Gruppe – wuchs gar von 150 auf rund 11.000 Beschäftigte an. Die Bandbreite der Aufgaben beider Organisationen stieg ebenfalls. „Bei ihrer Gründung sollten Weltbank und IWF den Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Länder in Europa voranbringen und das Währungssystem stabilisieren“, erläutert Eugénia da Conceição-Heldt. „Beide übernahmen aber bald neue Aufgaben, etwa in der Entwicklungspolitik. Auch die Investitionsziele sind heute viel breiter angelegt und beinhalten Themen wie Gesundheit und Umwelt, die 1944 noch keine Rolle spielten.“ Prof. da Conceição-Heldt zeigt, dass sich auch Strukturen und Arbeitsweise der beiden Organisationen an Veränderungen anpassten, beispielsweise an die Gründung mächtiger internationaler Zusammenschlüsse wie der G20. „Obwohl sich Weltbank und IWF weiterentwickelt haben, sind die Grundideen, die in Bretton Woods entscheidend waren, heute immer noch prägend – allen voran die Idee eines nachhaltigen Aufbaus“, sagt Conceição-Heldt. Konkurrenz durch neue Organisationen Der zweite Artikel von Prof. da Conceição-Heldt beschäftigt sich mit internationalen Entwicklungsbanken, die mutmaßlich mit der Weltbank konkurrieren. Insbesondere die Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) und die New Development Bank (NDB) gelten als Gegenentwürfe, in denen China eine dominante Stellung einnimmt. Manche befürchten, dass diese Einrichtungen Investitionsziele, die in den Regeln der Weltbank festgeschrieben sind, wie „verantwortungsvolle Regierungsführung“ zugunsten von Machtpolitik zurückstellen. Eugénia da Conceição-Heldt sieht hierfür derzeit jedoch keine Hinweise: „Unsere Analyse zeigt, dass AIIB und NDB zwar Staaten wie China mehr Einflussmöglichkeiten bieten als die US-dominierte Weltbank, allerdings nicht als Ersatz für diese konzipiert sind. Diese Organisationen kooperieren mit der Weltbank, übernehmen ihre Arbeitsweisen und Governance-Strukturen - und nicht selten auch ihr Personal. Sie folgen letzten Endes jedoch auch den Grundideen von Bretton Woods.“ Größere Unsicherheiten sieht sie in populistischer, anti-multilateraler Politik. „Welchen Einfluss Populismus haben kann, sieht man an der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, David Malpass, einen scharfen Kritiker der Bretton-Woods-Institutionen, zum Präsidenten der Weltbank zu berufen. Malpass ist damit in einer Position, in der er der Organisation Schaden zufügen kann. Zukünftige populistisch motivierte Entscheidungen könnten Weltbank und IWF weiter schwächen.“ Eine Prognose zur Zukunft von IWF und Weltbank möchte die Politikwissenschaftlerin daher nicht abgeben: „Die Bretton-Woods-Institutionen haben eine beeindruckende Effizienz und Strahlkraft bewiesen. Was in zehn oder fünfzehn Jahren sein wird, hängt letztlich von den politischen Konstellationen der Weltpolitik ab. Ich bin aber zuversichtlich, dass diese Organisationen auch mit widrigen Umständen werden umgehen können.“

Quelle: TUM CCC/Hellmich 

Bayern zeichnet HfP-Reformrektorin Prof. Conceição-Heldt aus - Europa-Medaille für Politikwissenschaftlerin

Staatsminister Dr. Florian Herrmann (rechts) hat Prof. Eugénia da Conceição-Heldt die Bayerische Europa-Medaille überreicht. Bild: Rolf Poss/Bayerische Staatskanzlei

Bayerns Europa-Minister Dr. Florian Herrmann hat am Montag die Bayerische Europa-Medaille an Prof. Eugénia da Conceição-Heldt und zwölf weitere verdiente Persönlichkeiten überreicht. Conceição-Heldt ist Professorin für European and Global Governance an der Technischen Universität München (TUM), Reformrektorin der Hochschule für Politik München (HfP) und Dekanin der TUM School of Governance. Mit der „Medaille für besondere Verdienste um den Freistaat Bayern in Europa und der Welt“ werden seit 1990 Menschen geehrt, die sich um den Freistaat Bayern in einem vereinten Europa verdient gemacht oder zum internationalen Ansehen Bayerns in der Welt beigetragen haben. „Wenn Kreativität, Innovationsfähigkeit und geistige Dynamik unsere Rohstoffe des 21. Jahrhunderts sind, sind Sie mit Ihrer Arbeit an der Hochschule für Politik und der TUM School of Governance eine unserer größten Quellen für den Erfolg der Zukunft“, würdigte Staatsminister Herrmann Prof. Conceição-Heldts Leistungen. Die Politikwissenschaftlerin denke und arbeite europäisch und transatlantisch vernetzt und sorge dafür, dass Wissenschaft in einer digitalisierten Welt voller Beschleunigung und neuer Trends attraktiv und relevant bleibe. Zu Prof. Conceição-Heldts Forschungsschwerpunkten gehören die europäische Integration und die Ursachen und Konsequenzen von Kompetenzübertragungen an internationale Organisationen. Sie ist seit dem 1. Juli 2016 Inhaberin des Lehrstuhls für European and Global Governance. Zu diesem Datum trat sie auch ihr Amt als Reformrektorin der Hochschule für Politik an. Der Bayerische Landtag hatte der TUM 2014 die Trägerschaft der HfP übertragen, die in den folgenden Jahren völlig neu aufgestellt wurde. Im Zentrum von Forschung und Lehre der HfP stehen unter Prof. Conceição-Heldt die politischen Veränderungen in Zeiten des tiefgreifenden technologischen und gesellschaftlichen Wandels.

Quelle: CCC TUM/Hellmich www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/article/35450/

Hochschule für Politik München/TUM School of Governance bei der 55. Münchner Sicherheitskonferenz

In Anwesenheit von US-Vizepräsident Mike Pence, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Ministerpräsident Markus Söder, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Botschafter Wolfgang Ischinger und Cindy McCain hat die Münchner Sicherheitskonferenz an den verstorbenen US-Senator John McCain erinnert. Der neu gestiftete John-McCain-Dissertationspreis soll die die Lebensleistung von McCain würdigen, indem er jährlich bis zu zwei Doktorarbeiten für herausragende wissenschaftliche Beiträge auf dem Gebiet der Politikwissenschaft, wobei der Schwerpunkt auf den transatlantischen Beziehungen liegt, auszeichnet. Die beiden diesjährigen Preisträgerinnen wurden von einer internationalen Jury unter dem Vorsitz der Reformrektorin der Hochschule für Politik München, Prof. da Conceição-Heldt, ausgewählt.

Prof. Dr. da Conceição-Heldt ins Expertennetzwerk des Weltwirtschaftsforums aufgenommen

Das Expertennetzwerk des Weltwirtschaftsforums hat Frau Prof. Dr. Conceição-Heldt für den Themenbereich „Europäische Union“ berufen. Das Netzwerk vereinigt fast 5.500 führende Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, internationalen Organisationen, Zivilgesellschaft, Kunst und Medien, die sich für die Verbesserung des Zustands der Welt einsetzen, indem sie zur Gestaltung der globalen Agenda beitragen. Das Expertennetzwerk soll interdisziplinäres und innovatives Denken über die Zukunft fördern, konventionelles Wissen hinterfragen und neue Ideen im Zusammenhang mit industriebezogenen, regionalen und globalen Themen entwickeln.

Vorsitzende der internationalen Jury für den John McCain Dissertation Award - Dezember 2018

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Botschafter Wolfgang Ischinger, hat Prof. Dr. da Conceição-Heldt den Vorsitz einer internationalen Jury, befasst mit der Verleihung des John McCain Dissertation Awards, übertragen. Dieser Preis wird jährlich im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz für bis zu zwei Doktorarbeiten aufgrund herausragender wissenschaftlicher Beiträge auf dem Gebiet der transatlantischen Beziehungen mit Schwerpunkt auf der Außen- und Sicherheitspolitik vergeben.

Mitglied im World Portuguese Network (Portugese Disapora Council) - Dezember 2018

Prof. Dr. da Conceição-Heldt wurde zum Mitglied des World Portuguese Network (Portugese Disapora Council) ernannt - einem Netzwerk unter der Schirmherrschaft des portugiesischen Präsidenten und des portugiesischen Außenministeriums. Die Mitgliedschaft in diesem Netzwerk ist den 100 einflussreichsten im Ausland lebenden Portugiesen (insgesamt 5 Mio.) aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft vorbehalten. 

Munich Politics Network - November 2018

Im November 2018 eröffnete Prof. Dr. da Conceição-Heldt die Auftaktveranstaltung des Munich Politics Network. Mit der neu gegründete Initiative soll ein globales Netzwerk bzw. Forum für Wissenschaftler, Entscheidungsträgern, Politiker, Wirtschaftsvertreter und Repräsentanten der Zivilgesellschaft geschaffen werden, um im Rahmen einer jährlich stattfindenden Konferenz aktuelle Disruptionen in Politik und Technik zu diskutieren und Antworten auf die damit verbundenen neuen Herausforderungen zu suchen. Die Eröffnungsveranstaltung fand in Kooperation mit dem Weltwirtschaftsforum und der Nationalen Akademie für Wissenschaft und Technik (acatech) statt.

Sustainable Development in Africa - November 2018

Im Rahmen des Sustainable Development in Africa Symposium hat Prof. Dr. da Conceição-Heldt einen hochkarätig besetzten Round Table moderiert. Die Teilnehmer Prof. Dr. Hofmann (TUM Vizepräsident); Dr. Nathalie von Siemens (Siemens-Stiftung, Mitglied im Aufsichtsrat der Siemens AG); Prof. Dr. Chiheb Bouden (Universität Tunis El Manar); Prof. Francis Kéré (TUM); Prof. Noël Gbaguidi (UNESCO-Lehrstuhl für Menschenrechte, Nationale Universität Benin); und Roland Polte (Executive Board Member und Head of Human Resources der DRÄXLMAIER Group) diskutierten zum Thema "Challenges of Governance and Education".