Dr. Jörn Schaube
Doktorand

Akademische Stationen
Dr. Jörn Schaube war Doktorand an der Universität Trier. Er hat Sozialwissenschaften und Geographie an der Universität Münster studiert und sein Studium 2004 mit dem ersten Staatsexamen für Lehrämter der Sek. II/I abgeschlossen. Zwischen 2005 und 2016 arbeitete Jörn Schaube in der Photovoltaikindustrie, wo er verschiedene Positionen in den Bereichen Sales und Business Development bekleidete. Zwischen 2017 und August 2020 war er Promotionsstipendiat im Think Lab „Energie – Gesellschaft – Wandel“ der innogy Stiftung und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (SDW). In diesem Rahmen entwickelte er auch das Projekt „Brücken bauen mit der Sonne“, das den Aufbau von Schulungsprogrammen zur Solarenergie in verschiedenen Ländern Afrikas zum Ziel hat.
Promotionsprojekt
In seiner Dissertation analysierte Jörn Schaube den Policy-Wandel im Erneuerbaren-Energien-Gesetz im Zuge der Novellierungen des Gesetzes in den Jahren 2011/2012, 2014 und 2016. Das EEG ist eine zentrale Policy für den Transformationsprozess der Energiewende. War das Gesetz ursprünglich darauf ausgerichtet, regenerative Energietechnologien zur Marktreife zu bringen und eine Dynamik sinkender Technologiekosten anzustoßen, so kommt ihm angesichts eines zwischenzeitlich erreichten Anteils erneuerbarer Energien an der deutschen Bruttostromerzeugung von über 40% nunmehr die Aufgabe zu, den weiteren Umbau der Stromversorgung in Richtung erneuerbarer Energien planvoll zu steuern und in den energiewirtschaftlichen Gesamtkontext einzubetten. Die Ziele und Instrumente des EEGs haben sich insbesondere durch die Novellierungen von 2014 und 2016 teilweise grundlegend verändert. Jörn Schaube analysiert in seiner Arbeit, wie weitreichend der seit 2011 stattfindende dynamische Wandel der Politikziele und -Instrumente im EEG war und mit welchen Variablen er erklärt werden kann.
Bei der Suche nach den erklärenden Variablen legt Jörn Schaube in seiner Dissertation besonderes Augenmerk auf die Akteursstruktur im Policy-Subsystem des EEG. Das theoretische Fundament der Untersuchung bilden mit dem Advocacy Coalition Framework und der Machtressourcentheorie folglich zwei Konzepte, die bzgl. der Erklärung von Policy-Wandel auf Ebene der Akteure ansetzen, dabei jedoch unterschiedliche, sich ergänzende Perspektiven einnehmen. Während das ACF auf die Werte, Einstellungen und Ideen der Akteure fokussiert, beleuchtet die Machtressourcentheorie deren Interessen und Machtressourcen. Durch ihre unterschiedlichen Zugänge zum Untersuchungsgegenstand lassen sich ACF und die Machtressourcentheorie zu einem komplementären Analyseansatz verbinden.