Studieninhalte

Aufbau des (auslaufenden) Diplomstudiengangs

Der Diplomstudiengang Politische Wissenschaft, der letztmalig zum Wintersemester 2013/14 aufgenommen werden konnte, besteht aus zwei Abschnitten:

Grundstudium

Das Grundstudium ist einerseits die Vorstufe für das Hauptstudium, andererseits kann es auch als eine in sich abgeschlossene Ausbildung mit eigenem Studienabschluss absolviert werden. 

Im Grundstudium werden die politikwissenschaftlichen Grundkenntnisse auf dem Gebiet der vier Lehrbereiche vermittelt.

Hauptstudium

Im Hauptstudium werden in einer KOmbination von Vorlesungen und Hauptseminaren die im Grundstudium erworbenen Kenntnisse wissenschaftlich vertieft. Darüber hinaus werden politiologische Problemstellungen und aktuelle Fragen behandelt.

Sie finden hier einen Musterstudienverlauf für Diplomstudierende, die ihr Studium zum Wintersemester 2013/14 aufgenommen haben.

 

Während der Studienzeit nehmen Sie (verpflichtend) an Veranstaltungen und Prüfungen aus jedem der nachfolgend aufgeführten Lehrbereiche teil:

Lehrbereich I: Theorie der Politik

Die Theorie der Politik sucht die Fundamente des politischen Handelns freizulegen. Ihr Gegenstand sind die normativen Prinzipien des Zusammenlebens. Sie diskutiert Begriffe wie Freiheit und Gerechtigkeit, Macht und Gewalt, bemüht sich um die Klärung des Verhältnisses von Gemeinschaft, Gesellschaft und Staat und untersucht Entstehung, Funktion und Folgen von geistesgeschichtlichen Strömungen wie Liberalismus, Konservatismus, Marxismus, Sozialismus, Anarchismus und Totalitarismus. In methodischer Hinsicht konzentriert sie sich auf die Analyse dieser Fundamentalbegriffe sowie auf das Studium und die Interpretation der politischen Theorien herausragender Denkerinnen und Denker von der Antike bis zur Gegenwart (Aristoteles, Thomas von Aquin, Machiavelli, Hobbes, Kant, Hegel, Marx, Schmitt u.a.).

Lehrbereich II: Recht und Staat

Der Lehrbereich Recht und Staat widmet sich der Lehre von den politischen Systemen und damit der primär empirisch verfahrenden Analyse politischer Institutionen, Strukturen und Prozesse. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung der politischen Ordnung der Bundesrepublik Deutschland. Ausgehend vom Grundgesetz werden Aufbau und Funktionsweise des modernen Staates dargestellt. Das Interesse gilt dabei Prinzipien wie Gewaltenteilung, Grundrechten, den Bundesorganen, dem Zusammenwirken von Bund und Ländern sowie den Formen der Teilhabe der Bevölkerung am politischen Prozess durch Wahlen, Parteien und Verbände. Das für den deutschen Staat fundamentale Prinzip des Föderalismus wird am Beispiel der politischen Ordnung Bayerns und ihrer Besonderheiten diskutiert. Auch die Europäische Union ist Gegenstand dieses Lehrbereichs. Dabei wird dem juristisch-normativen Rahmen auf den genannten drei Ebenen besondere Beachtung geschenkt.

Lehrbereich III: Wirtschaft und Gesellschaft

Der Lehrbereich Wirtschaft und Gesellschaft setzt sich sowohl mit den theoretischen Grundlagen der Volkswirtschaftslehre als auch mit den praktischen Grundfragen der Wirtschaftspolitik auseinander. Im Vordergrund stehen die grundlegenden Phänomene der Mikro- und Makroökonomie. Spezielle Lehrveranstaltungen befassen sich mit der Wirtschaftspolitik, ihren Trägern, Zielen, Instrumenten und ideologischen Begründungen (Merkantilismus, klassischer Liberalismus, Marxismus, Neomerkantilismus und Neoliberalismus). Es werden anhand von Effizienzkriterien die unterschiedlichen Wirtschaftssysteme in verschiedenen Staaten der Welt im Hinblick auf ihre spezifische Leistungsfähigkeit analysiert. Soziologische und kommunikationswissenschaftliche Lehrveranstaltungen ergänzen das Lehrangebot.

Lehrbereich IV: Internationale Politik und Neueste Geschichte

Zentraler Gegenstand des Lehrbereichs Internationale Politik und Neueste Geschichte sind die Außenbeziehungen des politischen Systems und das Zusammenspiel der Außenpolitiken mehrerer Staaten. Markant sind dabei zwei Besonderheiten der Internationalen Politik: erstens das Fehlen allgemein akzeptierter übergreifender Institutionen mit Sanktionsgewalt, und zweitens das Auftreten der einzelnen Nationalstaaten mit dem Anspruch der Souveränität und der Gleichberechtigung. Ein vertieftes Verständnis der Internationalen Politik verlangt daher nicht nur das Studium der wichtigsten Vorschriften des Völkerrechts, sondern vor allem das Studium der Neuesten Geschichte (seit der Französischen Revolution). Die Kenntnis historischer Zusammenhänge vermittelt vor dem Hintergrund der wichtigsten supranationalen und internationalen Organisationen (z.B. EU, UNO, NATO) sowie der bedeutendsten Theorien der Internationalen Politik (z.B. Idealismus, Realismus) Maßstäbe, die die Bildung eines differenzierten Urteils ermöglichen.

Beauftragter für das Lehrangebot im Diplomstudiengang:

Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Oberreuter, E-Mail: oberreuter@hfpm.de

Wissenschaftliche Mitarbeiter-/in:

Dipl. sc. pol. Univ. Linda Sauer

Prüfungs- und Studienordnungen

Informationen zum Auslaufen des Diplomstudiengangs