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Wandel in Vietnam – Change!-Fellowship für HfP-Forscherin Dr. Manuela Fritz
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Wirtschaftliche Unsicherheit und Klimakrise – in vielen Ländern des Globalen Südens sind ältere Menschen von diesen Risiken besonders betroffen, werden bei Lösungen aber meist nicht aktiv beteiligt. Dr. Manuela Fritz von der Hochschule für Politik München an der Technischen Universität München setzt mit ihrem Projekt BAMBOOST auf Teilhabe und Mitsprache für ältere Menschen in Vietnam und hat nun das Change! Fellowship der VolkswagenStiftung dafür erhalten.
Das Projekt soll dazu beitragen, „die Landwirt:innen nicht länger nur als die am stärksten vom Klimawandel Betroffenen zu sehen, sondern sie als aktive Akteure im Klimaschutz zu verstehen“, so Dr. Manuela Fritz die and der HfP-Professur für Global Health forscht.
Gemeinsam mit der Vietnam Organization for Better Ageing und der Thanh Hoa Association of the Elderly erforscht das Team unter Leitung von Dr. Manuela Fritz, wie ältere Menschen durch Bambusanbau und Biokohleproduktion auf Gemeindeebene ihr Einkommen steigern und dabei auch einen positiven Beitrag fürs Klima leisten können.
Grundlage des Versuchs sind 72 generationenübergreifende Selbsthilfegruppen, die gezielte Schulungen und Starthilfe zur Umsetzung lokaler, gemeindebasierter Biokohle-Initiativen erhalten. Im Fokus der Erhebungen stehen die Machbarkeit und Skalierbarkeit der Initiativen sowie ihre Auswirkungen auf die wirtschaftliche Teilhabe, die Anpassung an den Klimawandel und die Gesundheit der Teilnehmer:innen. Die Ergebnisse aus der Forschung fließen in die Politikempfehlungen zur nationalen Strategie für ältere Menschen 2025–2035 ein.
Neben Dr. Manuela Fritz erhalten noch vier weitere Forschende der TUM School of Social Sciences and Technology für Ihre Projekte das Change! Fellowship. Prof. Urs Gasser, Rektor der Hochschule für Politik München und Dekan der TUM School of Social Sciences and Technology, sieht die Fellowships auch als Auszeichnung für den transdisziplinären und praxisorientierten Kurs der Hochschule für Politik München und der TUM School of Social Sciences and Technology.
„Die Bewilligung dieser fünf von deutschlandweit insgesamt acht Change!-Fellowships ist ein herausragendes Signal für die Relevanz transdisziplinärer Forschung an der TUM SOT, die durch den TUM Think Tank an der Hochschule für Politik München gestärkt wird. Dass unsere Fellows verschiedene Qualifikationsstufen abbilden, illustriert die Breite unserer Exzellenz. Unsere Forschenden zeigen, wie Wissenschaft gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und aktiv zur Gestaltung nachhaltiger Zukunft beitragen kann.“
— Prof. Dr. Urs Gasser, Dekan der TUM School of Social Sciences and Technology & Rektor der Hochschule für Politik München.
In einer Zeit multipler Krisen braucht es mehr als Analysen: Es braucht Wissen, das Wirkung entfaltet. Die VolkswagenStiftung bringt in ihrem Programm Change! Forschende unterschiedlicher Disziplinen mit Akteurinnen aus NGOs, Zivilgesellschaft, Verwaltung, Unternehmen, Start-ups und lokalen Gemeinschaften zusammen. Ziel ist es, Probleme besser zu verstehen, neue Perspektiven zu eröffnen und praxisnahe Wege des gesellschaftlichen Fortschritts aufzuzeigen. So entsteht ein Forschungsansatz, der Erkenntnis und Anwendung verbindet – und damit Veränderung ermöglicht.
Auch die fünf geförderten Change!-Fellowship-Projekte an der TUM SOT folgen diesem Leitgedanken. Sie zeigen auf unterschiedliche Weise, wie Forschung an der Schnittstelle von Technik, Gesellschaft und Politik zur Lösung drängender Zukunftsfragen beitragen kann und unterstreichen die zunehmende Bedeutung von Forschung, die Grenzen zwischen Disziplinen und Sektoren überwindet.
Anna Antonova (voraussichtlich ab Frühjahr 2026) – Convivial Waterfronts: Reimagining urban coastal conservation for just sustainability Transformations.
Das Projekt “Convival Waterfronts” unter Leitung von Dr. Anna Antonova untersucht, wie Naturschutz und Stadtentwicklung gestalten werden können, sodass Mensch und Natur gleichermaßen profitieren. Ein internationales Forschungsteam aus Deutschland, Bulgarien, Spanien und Albanien entwickelt innovative Schutzkonzepte rund um das Prinzip der "konvivialen Naturschutzarbeit": Statt starre Schutzgebiete zu schaffen, sollen Anwohnerinnen, Künstlerinnen und lokale Akteurinnen gemeinsam Lösungen entwickeln, die Ökosysteme bewahren und gleichzeitig Lebensqualität verbessern. Durch "Urban Living Labs" testet das Team neue Ansätze – von partizipativer Stadtplanung bis zu kreativen Nutzungsformen für Küstengebiete.
Christian Djeffal – Future(s) of Justice
Das Projekt „Future(s) of Justice“ unter Leitung von Prof. Dr. Christian Djeffal erforscht in Kooperation mit Akteurinnen aus der Justiz, wie das deutsche Justizsystem digitalisiert werden kann, ohne seine Grundwerte zu gefährden. Das Forschungsteam bringt Richterinnen und Richter, Verwaltungsmitarbeitende sowie Bürgerinnen und Bürger zusammen, um praxisnahe digitale Lösungen zu entwickeln, die richterliche Unabhängigkeit und den Zugang zur Justiz stärken. Dabei werden Innovationen nicht von oben eingeführt, sondern gemeinsam mit denjenigen entwickelt, die sie später nutzen.
Florian Egli – JET-GROW
Das Projekt „JET-GROW“ unter Leitung von Prof. Dr. Florian Egli befasst sich mit den sozialen und wirtschaftlichen Folgen der grünen Transformation. Mit Methoden der Datenwissenschaft analysiert das Forschungsteam Echtzeitinformationen von mehr als 170.000 Cleantech-Unternehmen, um zu zeigen, wo neue grüne Arbeitsplätze entstehen und welche Qualifikationen gefragt sind. Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern in Bayern und Schottland werden Strategien zur Weiterbildung und regionalen Resilienz entwickelt. Eine begleitende Dokumentarfilmreihe macht die Perspektiven von Menschen sichtbar, die den Wandel unmittelbar erleben.
Orestis Papakyriakopoulos – Data-Driven Transformative Impact: Reshaping Innovation in NGOs for Social Change
Das Projekt „Data-Driven Transformative Impact“ unter Leitung von Prof. Dr. Orestis Papakyriakopoulos erforscht, wie gesellschaftlicher Wandel messbar gemacht werden kann. Gemeinsam mit dem WWF Global Innovation Team und dem Innovation for Impact Network entwickelt das Forschungsteam ein datenbasiertes Framework, das Nichtregierungsorganisationen (NGOs) dabei unterstützt, Innovation und Wirkung systematisch zu erfassen. Durch KI-gestützte Analysen und Fallstudien in Kambodscha und Brasilien entsteht ein Werkzeugkasten, der Organisationen weltweit hilft, soziale Innovationen zu bewerten und zu skalieren.
„Die TUM School of Social Sciences and Technology als Inkubator für gesellschaftszentrierte Innovation bietet für diese Art von Forschung ein ideales Umfeld. Die erfolgreich eingeworbenen Change!-Fellowship-Projekte zeigen, wie die Neuausrichtung der technologieorientierten Sozialwissenschaften in Forschung, Lehre und Praxis zur Bewältigung der großen Herausforderungen der Welt beitragen kann. Mit einer Vielfalt von innovativen Ansätzen - wie KI und Datenanalyse, Urban Living Labs, partizipativer Planung, Echtzeit-Monitoring-Tool - können Pioniervorhaben gesellschaftlicher Transformationen - Anpassung an Klimawandel in Küstengebieten, öffentliche Gesundheit, Clean-tech und Digitalisierung der Justiz - angestoßen und ihre komplexen gesellschaftlichen Wirkungen - auf Bildung, Arbeitsplatzsicherheit, Gesundheit, Generationsgerechtigkeit und Demokratie - erfassbar und messbar gemacht werden.“
— Prof. Dr. Silke Beck, Prodekanin für Forschung und Innovation an der TUM School of Social Sciences and Technology.
Mit den fünf Fellowships stärkt die TUM School of Social Sciences and Technology ihr Profil als Ort, an dem sozial- und technikwissenschaftliche Forschung zusammenwirkt, um gesellschaftlichen Fortschritt aktiv mitzugestalten. Die Projekte zeigen, wie Wissenschaft anwendungsorientiert, kooperativ und verantwortungsvoll dazu beitragen kann, nachhaltige Lösungen zu entwickeln.
Die Change!-Fellowships der VolkswagenStiftung fördern Forschungsvorhaben mit einer Laufzeit von vier bis fünf Jahren, die Wissen in die Praxis übertragen und langfristige Wirkung erzielen.
Kontakt
- Klaus Becker, klaus.becker(at)tum.de – TUM School of Social Sciences and Technology
- Yvonne Holzmeier, yvonne.holzmeier(at)hfp.tum.de – Hochschule für Politik München
- Rahel Roloff, rahel.roloff(at)hfp.tum.de – TUM Think Tank