Im Rahmen des bilateralen Projektes „Deutsch-chinesische Umweltpartnerschaft“, welches die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative umsetzt, waren Vertreter einer Delegation aus dem chinesischen Umweltschutzministerium an der Hochschule für Politik München zu Besuch.
Die Delegation unter Leitung von Herrn HAN Xiaocheng (Researcher, General Office des Umweltministerium der VR China) bestand aus weiteren neun Delegierten aus dem chinesischen Umweltministerium sowie aus dem Sekretariat des China Council for International Cooperation on Environment and Development (Umwelt- und Entwicklungsbeirat beim chinesischen Staatsrat). Von der Hochschule für Politik wurde die Delegation von Frau Prof. Miranda Schreurs und Prof. Jürgen Pfeffer empfangen. Bei dem zweitägigen Besuch ging es vor allem darum, Erfahrungen im Umgang mit der Nutzung von Big Data und über die steigende Bedeutung von Umweltschutz- und Klimapolitik als eine der großen globalen Herausforderungen der Politik im 21. Jahrhundert auszutauschen.
Am ersten Tag machte Prof. Pfeffer deutlich, dass es ihm in seiner Forschung darum geht, die Gesellschaft und ihre Verhaltensweise durch die Erforschung von Social Media und anderen großen Datenquellen besser zu verstehen. Anhand von verschiedenen Forschungsprojekten zeigte er auf, dass es möglich ist, Dynamiken in Meinungsbildungsprozessen zu analysieren und zentrale Akteure und Themen zu identifizieren. Pfeffer wies aber auch eindringlich darauf hin, dass die Analyse dieser Daten mit vielen Herausforderungen verbunden ist. „Ein Verständnis darüber, was die analysierten Daten eigentlich abbilden, ist von zentraler Bedeutung“, so Pfeffer.
Prof. Miranda Schreurs unterstrich in ihrem Teil die wachsende globale Bedeutung von Umweltschutz- und Klimapolitik am Beispiel der gestiegenen Anzahl an Forschungseinrichtungen zu Umwelt- und Klimaschutz und Arbeitsplätzen in dem Bereich der Erneuerbaren Energien. „Wir benötigen in Zukunft eine stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit in den verschiedenen Forschungsfeldern, wie Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und den Geistes- und Sozialwissenschaften, um die drängendsten Herausforderungen in der Umwelt- und Klimapolitik zu bewältigen“, so Schreurs. Dabei müssten die verschiedenen Dimensionen der Umwelt- und Klimaschutzpolitik berücksichtigt werden, da sie sowohl gesellschaftliches Konfliktpotenzial in sich bergen, als auch gleichzeitig mehrere Bereiche der Regierungspolitik berühren. Durch die zweiwöchige Studienreise erhielten die Gäste einen Einblick in die deutsche Umweltpolitikentwicklung und -umsetzung mit Schwerpunkt auf einen Austausch zu internationalen und deutschen Erfahrungen in Umweltschutz, nachhaltiger Entwicklung und Klimaschutzaspekte. Die nächsten fünf Jahre sind in China für die weitere Umwelt- und Klimaschutzentwicklung und insbesondere eine Verbesserung der Umsetzung von existierenden Gesetzen und Regelungen entscheidend.
