„The Euro is making people hate the European Union.“ Wer die aktuelle Krise Europas lösen wolle, der müsse sich mit Eurokrise und makroökonomischen Defiziten beschäftigen, so die Diagnose des Politikwissenschaftlers Andrew Moravcsik, Professor of Politics and International Affairs an der Princeton University.
Moravcsik eröffnete mit seinem heutigen Vortrag “The End of the EU? Liberal Intergovernementalism in the Context of Current Crises“ die Vortragsreihe Munich Talks der Hochschule für Politik München. Moravcsik ist einer der renommiertesten Politikwissenschaftler weltweit und forscht in den Bereichen Internationale Organisationen, Menschenrechte, Europäische Integration sowie die Außenpolitiken der USA und Europa.
In seinem Vortrag diagnostizierte Moravcsik vier Krisen der Europäischen Union: Die geopolitische Bedeutung Europas, das Aufkommen rechtspopulistischer Bewegungen, die Migrationsbewegung und die makroökonomische Leistungsfähigkeit Europas. Europäische Migrationspolitik, Eurokrise und ökonomische Ungleichverteilung wertete er als hochsensible Themenfelder, die Wähler unmittelbar beschäftigen würden und u.a. Gründe für das Aufkommen antieuropäischer Bewegungen seien. Es sei daher dringlichste Aufgabe der EU, die Krise der europäischen Gemeinschaftswährung zu lösen, um mehr Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung für Europa zu schaffen. Seine Antwort auf die Frage, wie die Zukunft des Euro aussehen könne, „Only Germans can decide.“
