In der ECOVI-Präsentation diskutierten Ines, Anushree und Shruti das Design einer kultursensiblen, auf Paare ausgerichteten Intervention in Indien, die darauf abzielt, gemeinsame Reflexion, gerechte finanzielle Entscheidungsfindung, Vertrauen und gesündere Partnerschaften zu fördern. Der Entwicklungsprozess erfolgte in drei wesentlichen Schritten:
(1) Fokusgruppendiskussionen zum Verständnis des lokalen Kontexts und spezifischer Formen wirtschaftlicher Gewalt, ergänzt durch eine Synthese globaler Erkenntnisse zu Interventionen,
(2) Entwurf und Verfeinerung des Interventionscurriculums durch eine Überprüfung bestehender Programme und einen partizipativen Stakeholder-Workshop sowie
(3) Pilotierung und Anpassung des Curriculums auf Grundlage des Feedbacks von Teilnehmern und Trainern.
Vorläufige Ergebnisse durch Einbindung von Interessengruppen und Pilotversuchen deuten darauf hin, dass ein Interventionsprogramm, der finanzielle Kompetenzen mit einem geschlechtertransformativen Ansatz verbindet, ein großes Potenzial zur Prävention und Bekämpfung der Ursachen wirtschaftlicher Gewalt birgt. Es bleiben jedoch Herausforderungen bestehen, insbesondere bei der Sicherstellung der Teilnahme von Männern und der Berücksichtigung von Einflüssen aus dem weiteren häuslichen Umfeld, wie z. B. den Schwiegereltern.
Diese Forschung trägt zu den wachsenden Erkenntnissen zur Prävention von Gewalt gegen Frauen bei und bietet einen Rahmen für die Entwicklung von communitybasierten, evidenzbasierten Interventionen.
Luise stellte Teile ihrer Doktorarbeit zum Thema technologiegestützte geschlechtsspezifische Gewalt im politischen Leben vor. Sie berichtete über die Ergebnisse zweier sich ergänzender Studien. Zum Einen eine groß angelegte Twitter-Analyse der brasilianischen Wahlen 2022, die zeigt, wie Online-Frauenfeindlichkeit gegenüber Kandidatinnen Frauen an einem entscheidenden Einstiegspunkt in die demokratische Teilhabe abschreckt. Zum Anderen ein globales Systematic Review systematische Auswertung von 48 Studien, die zeigt, dass Online-Missbrauch gegen politisch aktive Frauen diverse psychologische und berufliche Folgen hat, während die Betroffenen für die Bewältigungsstrategien weitgehend alleingelassen werden.
Die parallele Präsentation beider Studien verdeutlichte die strukturelle Rolle von digitalem Missbrauch bei der Untergrabung der Gleichstellung der Geschlechter und der demokratischen Teilhabe. Die Konferenz bot auch eine wertvolle Gelegenheit, bestehende Kooperationen zu stärken und neue mit Kollegen zu initiieren, die sich mit diesen dringenden Herausforderungen befassen.
Die Konferenz fand vom 3. bis 5. September 2025 in Barcelona statt. Wenn Sie mehr über die Konferenz und andere Vorträge dort erfahren möchten, besuchen Sie bitte die Website der Konferenz.