Methoden: Sie führten Online-Discrete-Choice-Experimente mit erwachsenen Teilnehmern in Frankreich (n=766), Deutschland (n=1964), Italien (n=767), Polen (n=670), Spanien (n=925) und Schweden (n=938) durch. Die Befragten wurden gebeten zu entscheiden, welcher von zwei Kandidaten den Impfstoff zuerst erhalten sollte. Die Kandidaten unterschieden sich in vier Merkmalen: Alter, Sterberisiko, Beschäftigung und Wohnsitz in einem Land mit niedrigem oder hohem Einkommen. Die Gruppe analysierte die Relevanz der einzelnen Merkmale für die Zuweisungsentscheidungen mit Hilfe von bedingten Logit-Regressionen.
Die Ergebnisse: In allen sechs Ländern gaben die Befragten Kandidaten mit einem hohen Sterblichkeits- und Infektionsrisiko den Vorzug, unabhängig davon, ob der Kandidat im eigenen Land lebte. Bei sonst gleichen Voraussetzungen gaben die Befragten in Italien, Frankreich, Spanien und Schweden einem Kandidaten aus einem Land mit niedrigem Einkommen den Vorzug, während die deutschen Befragten mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit den Kandidaten aus ihrem eigenen Land wählten. Weibliche, jüngere und gebildetere Befragte sprachen sich eher für eine gerechte Verteilung der Impfstoffe aus.
Schlussfolgerungen: Angesichts dieser Präferenzen für globale Solidarität sollten die europäischen Regierungen Impfstofftransfers in ärmere Weltregionen fördern.
Finanzierung: Die Finanzierung wurde durch das Horizon H2020 Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union unter der Finanzhilfevereinbarung 101016233 (PERISCOPE) bereitgestellt.
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