Häusliche Partnergewalt (Intimate Partner Violence, IPV) betrifft weltweit mehr als jede vierte Frau. IPV kann verschiedene Formen annehmen, darunter körperliche, emotionale, ökonomische und sexuelle Gewalt. Frauen, die von IPV betroffen sind, haben häufig unzureichende Unterstützung beim Stillen ihrer Kinder. Unterstützung beim Stillen ist jedoch entscheidend, um Mütter in ihrem Bemühen um ausschließliches Stillen zu stärken. Exklusives Stillen (Exclusive Breastfeeding, EBF) bringt zahlreiche Vorteile für Säuglinge und wirkt sich auf die menschliche Gesundheit über die gesamte Lebensspanne hinweg aus. Frühere Studien haben beispielsweise gezeigt, dass EBF mit gesundem Wachstum und Entwicklung, kognitiven Vorteilen sowie einem besseren Schutz vor Durchfallerkrankungen, Mangelernährung und einigen chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma verbunden ist. Darüber hinaus profitieren auch Mütter, die EBF praktizieren, von zahlreichen Vorteilen, wie z. B. einer schnelleren Rückkehr zum Ausgangsgewicht nach der Schwangerschaft, größeren Geburtsabständen, einer verbesserten Bindung zu ihren Kindern, einem Schutz vor Diabetes sowie finanziellen Einsparungen. Vor diesem Hintergrund zielt die geplante Pilotstudie darauf ab, die Zusammenhänge zwischen Stillen und IPV aus der Perspektive stillender Mütter und Gesundheitsfachkräfte in Ghana zu erforschen. Ghana dient dabei als Referenz, da auch andere Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen die Ergebnisse und Empfehlungen der Studie übernehmen können, um ähnliche Resultate zu erzielen.
Der TUM Global Incentive Fund ermöglicht es den beiden Forschungspartnerinnen auf Basis von Interviews mit 12–20 stillenden Müttern und 12–20 Gesundheitsfachkräften vertiefte qualitative Daten zu erheben. Die qualitativen Daten sowie die enge Zusammenarbeit dienen als Grundlage für gemeinsame Anträge auf umfangreichere Forschungsförderungen und tragen dazu bei, starke institutionelle Partnerschaften durch Gastvorträge an der TUM und der KNUST sowie durch gemeinsame Betreuung von Nachwuchswissenschaftler*innen aufzubauen.
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