Jeden Tag nutzen Milliarden von Menschen die sozialen Medien. Viele von ihnen diskutieren online über politische Themen. Radikalisierung, extreme Äußerungen und insbesondere Online-Frauenfeindlichkeit gegenüber politisch aktiven Frauen sind zu alarmierenden negativen Merkmalen von Online-Diskussionen geworden.
Dieses interdisziplinäre Forschungsprojekt verwendet ein Mixed-Methods-Design für drei Fallstudien in Deutschland, Indien und Brasilien, um den Inhalt und die Dynamik der Online-Frauenfeindlichkeit gegenüber politisch aktiven Frauen besser zu verstehen und Methoden zur frühzeitigen Erkennung solcher aufkommenden Dynamiken zu entwickeln. Im Rahmen des Projektes werden auch sozialwissenschaftliche Instrumente eingesetzt, um die breite Öffentlichkeit in den Prozess der Identifizierung aufkommender Kampagnen von Online-Frauenfeindlichkeit gegen politisch aktive Frauen einzubeziehen. Ein Ziel ist die Entwicklung von Strategiepapieren und Regulierungsansätzen zur Bekämpfung von Online-Frauenfeindlichkeit.
Für diese Veranstaltung geben diese beiden Referentinnen Einblicke in ihre Arbeit als Expertinnen auf dem Gebiet der Online-Gewalt und insbesondere der Online-Frauenfeindlichkeit:
Natália Leal ist Geschäftsführende Direktorin von Agência Lupa, der ersten Nachrichtenagentur für Fact-Checking. Für ihre Arbeit gegen Desinformation im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie in Brasilien wurde sie mit dem Knight International Journalism Award ausgezeichnet und ihre Visualisierungen wurden über Kontinente hinweg bekannt.
Mariana Valente ist Assistenzprofessorin an der Universität St. Gallen in der Schweiz. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Überschneidung von Recht, Technologie und Gesellschaft, insbesondere auf die Regulierung der digitalen Wirtschaft und der Grundrechte im Online-Umfeld. Sie hat Erfahrung in den Bereichen Gleichstellungspolitik, Gleichstellung der Geschlechter, Zugang zu Wissen, Kultur und Bildung, geistiges Eigentum, Auswirkungen von Technologien auf Demokratie und soziale Mobilisierung sowie Fragen der Datengerechtigkeit. Neben ihrer Tätigkeit an der Universität St. Gallen ist sie auch eine der Leiterinnen des brasilianischen INTERNETLAB, einem unabhängigen Forschungszentrum, das die akademische Debatte über Fragen des Rechts und der Technologie, insbesondere der Internetpolitik, fördern will.
Alle am Thema Interessierten sind zu den beiden Veranstaltungen am Donnerstag, den 08.12.22, 16:00-17:00 Uhr, und Freitag, den 09.12.22, 11:00-12:00 Uhr, in der Hochschule für Politik München (Raum B.158) oder online über Zoom unter tum-conf.zoom.us/j/7634156324 (Passwort: 000374) eingeladen.
Dieses Projekt wird gemeinsam durchgeführt von Jürgen Pfeffer (Associate Professor für Computational Social Science & Big Data), Janina Steinert (Assistenzprofessorin für Global Health), beide an der Hochschule für Politik München und Technische Universität München, und Sahana Udupa (Professorin für Medienethnologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München), den Mitarbeitenden der Professor*innen, sowie Expertinnen zu diesem Thema aus Indien und Brasilien, Medienpartner*innen und betroffenen Politikerinnen.
Dieses Forschungsprojekt wird gefördert vom Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt).