Das Forschungsteam, darunter Nikolay Lunchenkov von der TUM School of Social Sciences and Technology, analysierte mithilfe von advanced agent-based modelling die Ausbreitungsdynamik unter Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), in Berlin. Auf dem Höhepunkt der Epidemie wurden in der Stadt über 200 neue Fälle pro Woche gemeldet, bevor innerhalb weniger Monate ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen war.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie stellen herkömmliche Annahmen zur Ausbruchskontrolle infrage. Obwohl Impfkampagnen durchgeführt wurden, zeigt die Forschung, dass Impfungen nur einen marginalen Einfluss auf den Rückgang der Epidemie hatten. Stattdessen erwiesen sich zwei Faktoren als entscheidend: die natürliche Immunität, die durch Infektionen bei Personen mit hohen Kontaktraten erworben wurde, und vorübergehende Verhaltensänderungen innerhalb der betroffenen Gemeinschaft.
„Diese Ergebnisse unterstreichen, dass eine zeitnahe und transparente Kommunikation über Übertragungswege spontane Schutzmaßnahmen innerhalb wichtiger Bevölkerungsgruppen auslösen kann“, betont Nikolay Lunchenkov und unterstreicht die entscheidende Rolle einer gezielten Sexualaufklärung als Kernkomponente der Reaktion auf Ausbrüche.
Die Studie liefert auch wichtige Erkenntnisse für die laufende Vorsorge im Bereich der öffentlichen Gesundheit und legt nahe, dass die Kombination aus durch Infektion erworbener Immunität und der Impfkampagne 2022 zur Herdenimmunität gegen neu auftretende Bedrohungen durch Mpox-Viren der Klade I in der MSM-community Berlins beitragen könnte.
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