Studien über das Wiedererstarken rechter Regime im globalen Süden haben in letzter Zeit vermehrt Belege dafür geliefert, wie frauenfeindliche Angriffe gegen Andersdenkende wichtige Elemente populistischer Online-Rhetorik darstellen. Ein bedeutender neuer Trend ist die aktive Einbeziehung geschlechtsspezifischer Narrative in digitale Beeinflussungs- und Desinformationsstrategien, die darauf abzielen, politische Gewinne für die unterstützenden Interessengruppen zu sichern. Anhand des Falles der Online-Frauenfeindlichkeit in Brasilien unter Bolsonaro untersucht der Artikel die Versprechen und Grenzen technologischer Lösungen, die vor allem in der jüngsten Welle der Begeisterung um künstliche Intelligenz angepriesen werden, wenn es darum geht, aufkommende Formen der geschlechtsspezifischen Sprache zu bekämpfen. Luise Koch und Sahana Udupa schlagen vor, dass ein weitreichender Ansatz gegen frauenfeindliche politische Kampagnen erfordert, dass eine nuancierte Intervention auf Nachrichtenebene in Form von Community-zentrierten, durch künstliche Intelligenz unterstützten Moderationssystemen mit Maßnahmen zur Unterbrechung von Online- und Offline-Netzwerken kombiniert werden sollte, die rechte Regime zur Verbreitung von Desinformation und extremer Sprache aufgebaut haben.
Der gesamte Artikel ist auf der Webseite des Verlages verfügbar.
Die wissenschaftliche Studie erhielt Mittel der Projekt Förderung des Bayrischen Instituts für digitale Transformation (bidt) im Rahmen des Projekts „Online-Misogynie gegenüber politisch aktiven Frauen verstehen, aufdecken und entgegenwirken“. Ebenso wurde die Arbeit daran gefördert vom European Research Council (Grant agreement number: 957442).