Ein zentraler Beitrag der Studie ist ihre Analyse über den Zeitraum von elf Monaten: Sie zeigt, dass Wochen mit verstärkten misogynen Angriffen mit einer messbaren Reduktion der eigenen Twitter-Aktivität der betroffenen Kandidatinnen in der darauffolgenden Woche einhergingen. Dieser abschreckende Effekt deutet darauf hin, dass Online-Misogynie nicht nur individuellen Schaden verursacht, sondern auch das politische Engagement von Frauen in entscheidenden Momenten demokratischer Debatten untergräbt.
Darüber hinaus beleuchtet die Untersuchung einen bislang stark unterforschten Kontext. Während sich ein Großteil der bisherigen Forschung zu Online-Gewalt gegen Politikerinnen auf westliche Demokratien konzentriert, liefert diese Studie erstmals systematische Evidenz aus Brasilien – einer der größten Demokratien der Welt mit einer lebendigen, aber von Ungleichheiten geprägten digitalen Öffentlichkeit. Indem sie dokumentiert, wie Online-Misogynie weibliche Kandidatinnen zum Schweigen bringt, unterstreicht die Forschung die dringende Notwendigkeit, dass soziale Medien, politische Institutionen und Wahlbehörden dieses Problem ernst nehmen und Maßnahmen ergreifen, um die gleichberechtigte politische Teilhabe von Frauen zu schützen.
Die Publikation ist Teil des Forschungsprojektes “Understanding, Detecting, and Mitigating Online Misogyny against Politically Active Women” das vom Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) gefördert wird.
Den vollständigen Artikel können Sie auf der Verlagsseite lesen.