Demokratische Debatten und Politiken gedeihen im Austausch vielfältiger Perspektiven. Es ist jedoch seit langem anerkannt, dass politisch aktive Personen oft einer intensiveren Prüfung und stärkeren Herausforderungen bezüglich ihrer Meinungen ausgesetzt sind, wobei Resilienz typischerweise als Teil des Systems angesehen wird.
Jüngste Forschungen zeigen einen besorgniserregenden Trend: Männer und Frauen in politischen Ämtern sind gleichermaßen von Online-Belästigungen betroffen, jedoch werden weibliche Politikerinnen und Angehörige marginalisierter Gruppen überproportional mit objektifizierenden und misogynistischen Angriffen konfrontiert. Erste Ergebnisse einer Studie, die Luise und ihre Kolleginnen in Brasilien während der nationalen Wahlkampagne durchgeführt haben, weisen darauf hin, dass vermehrte Fälle digitaler Gewalt gegen Politiker*innen zu einer Reduktion ihrer Online-Aktivitäten führen. Diese misogyne digitale Gewalt schadet nicht nur den einzelnen Politiker*innen, sondern stellt auch eine erhebliche Bedrohung für das demokratische System dar, da sie die Vertretung verschiedener Bevölkerungsgruppen behindert. Darüber hinaus kann ein solches Klima persönlicher Feindseligkeit Einsteiger*innen davon abhalten, sich überhaupt politisch zu engagieren.
Der Artikel hebt auch Kanksshi Agarwal hervor, die Gründerin der NETRI Foundation in Indien, die Frauen dabei unterstützt, politische Karrieren zu verfolgen, und ihnen hilft, einen gesunden Umgang mit dem digitalen Raum zu finden. Kanksshi ist an dem Forschungsprojekt „Misogynie 2.0“ an der Professur für Global Health beteiligt, wo Luise ebenfalls ihre Promotion absolviert.
Für weitere Einblicke können Sie den vollständigen Artikel in englischer und französischer Sprache auf der Website des Herausgebers lesen.