Luise stellte die Studie Technology-Facilitated Violence and Political Participation: The Dynamics of Online Harassment in Brazil vor, welche mit einem Mixed-Methods-Ansatzes die Prävalenz und die Konsequenzen digitaler Gewalt in Brasilien erforscht. Basierend auf Umfragedaten von 597 politisch aktiven Personen und Interviews mit sieben Politikerinnen sind folgende Erkenntnisse hervorzuheben:
Geschlechtsspezifische Dynamik: Während Männer insgesamt eine höhere Belästigungsrate angaben, berichteten Frauen eher von persönlichen und geschlechtsspezifischen Übergriffen, die von Angriffen aufgrund ihres Aussehens bis hin zu Androhungen sexueller Gewalt reichten.
Konsequenzen: Digitale Gewalt verursacht erheblichen emotionalen und politischen Schaden, wobei häufige Belästigungen in engem Zusammenhang mit dem Gedanken an einen Rückzug aus dem politischen Raum stehen.
Intersektionalität: Die Angriffe werden im brasilianischen Kontext durch politische Polarisierung und historische Ungleichheiten (wie patriarchale Gesellschaftsstrukturen) geprägt, welche die demokratischen Herausforderungen und die Bedrohung für die Erreichung des SDG 5 (Geschlechtergerechtigkeit) hervorheben.
Über ihre eigene Präsentation hinaus schätzte Luise die Gelegenheit, sich mit dem lebendigen internationalen Netzwerk von Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen des Centres auszutauschen und verließ die Konferenz mit der starken Hoffnung, dass bedeutende Veränderungen möglich sind.