Zusammenfassung:
Technologiegestützte geschlechtsspezifische Gewalt stellt politisch aktive Frauen vor große Herausforderungen. In ihren beruflichen Rollen sind sie häufig einem erhöhten Maß an Online-Missbrauch ausgesetzt, was weitreichende Auswirkungen auf ihr emotionales Wohlbefinden, ihr berufliches Engagement und ihre Teilnahme am öffentlichen Leben hat. Diese systematische Übersichtsarbeit fasst die Ergebnisse von 48 Studien zusammen, in denen qualitative, quantitative und gemischte Forschungsmethoden eingesetzt wurden, um die psychologischen und politischen Folgen und Bewältigungsmechanismen im Zusammenhang mit Online-Belästigung zu untersuchen.
Einundachtzig Prozent der eingeschlossenen Studien (39/48) berichten von psychologischen Problemen, Ängsten und Befürchtungen bei den betroffenen Frauen, wobei 31 % der Studien (15/48) Online-Belästigung als Auslöser für eine (erneute) Traumatisierung identifizieren. Die politischen Folgen sind ebenso signifikant: 62 % der Studien (30/48) dokumentieren Änderungen in der politischen Kommunikation, 39 % (19/48) stellen ein geringeres Engagement auf Online-Plattformen fest, und 29 % (14/48) zeigen, dass Frauen ihre Online-Präsenz ganz aufgeben. Darüber hinaus berichten 20 % (10/48) der Studien über Fälle, in denen sich Frauen aus ihrer politischen Rolle zurückziehen. Was die Bewältigungsstrategien betrifft, so berichten 66 % (32/48), dass Frauen Belästiger blockieren oder stumm schalten, während 37 % (18/48) dokumentieren, dass Frauen Missbrauch bei Behörden oder Plattformen melden.
Diese Studie beleuchtet die allgegenwärtigen Auswirkungen technologiegestützter Gewalt auf das emotionale Wohlbefinden von Frauen und ihre politische Teilhabe und unterstreicht deren weiterreichende Folgen für den demokratischen Diskurs und soziale Gerechtigkeit.
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