Manuela Fritz hat kürzlich mit einem Forscher*innen-Team aus Indonesien, Vietnam, Deutschland und den Niederlanden eine Studie mit dem Titel „Effectiveness of community-based diabetes and hypertension prevention and management programmes in Indonesia and Viet Nam: a quasi-experimental study“ in der Zeitschrift BMJ Global Health veröffentlicht. In der Studie wird untersucht, ob gemeindebasierte Gesundheitsprogramme effektiv zur Prävention von Diabetes und Bluthochdruck beitragen können und welche Faktoren insbesondere zu dem Erfolg solcher Programme beitragen. Die Studie stützt sich dabei auf Daten von mehr als 3000 Mitgliedern solcher Gruppen, die über einen Zeitraum von 4 Jahren im Rahmen des EU-Horizon Projektes SUNI-SEA erhoben wurden.
Mehr über das Projekt SUNI-SEA können Sie auf der Projekthomepage nachlesen.
Einleitung: Nichtübertragbare Krankheiten (NCDs) haben die Infektionskrankheiten als weltweit häufigste Todesursache überholt, wobei die Region Südostasien in den letzten Jahrzehnten einen erheblichen Anstieg der NCD-Prävalenz zu verzeichnen hatte. Trotz der eskalierenden Belastung ist das Niveau der Früherkennung von NCDs nach wie vor sehr niedrig, was zu unerkannten Fällen, vorzeitiger Sterblichkeit und hohen Kosten für das öffentliche Gesundheitswesen führt. Diese Studie untersucht, ob gemeindebasierte Programme zur Prävention und zum Management von NCDs eine wirksame Lösung darstellen.
Methoden: In Indonesien wurden Teilnehmer*innen des gemeindebasierten Früherkennungs- und Managementprogramms für nichtübertragbare Krankheiten Pos Pembinaan Terpadu-Penyakit Tidak Menular mit Nichtteilnehmer*innen verglichen hinsichtlich der Inanspruchnahme von Früherkennungsangeboten, gesundheitsrelevantem Verhalten und Wissen sowie metabolischen Risikofaktoren. Um mögliche Selektionsverzerrungen auszugleichen, wurde statistisches Matching genutzt (n=1669). In Vietnam wurden Mitglieder von Intergenerational Self-Help Clubs, denen ähnliche NCD-Gesundheitsdienste angeboten wurden, mit Mitgliedern anderer Gemeindegruppen verglichen, denen solche Dienste nicht angeboten wurden. Die Studie kann auf zwei Datenwellen zurückgreifen und verwendet einen Double-Difference-Ansatz, um mögliche Selektionsverzerrungen auszugleichen und die Auswirkungen der Teilnahme zu messen (n=1710). Diese Studie diskutiert auch die Stärken und Schwächen der beiden Ansätze in Indonesien und Vietnam.
Ergebnisse: In Indonesien nehmen die Teilnehmer*innen signifikant häufiger Vorsorgeuntersuchungen für Bluthochdruck und Diabetes in Anspruch (+13% gegenüber einem Kontrollmittelwert von 88% (95% CI 9% bis 17%); +93% gegenüber einem Kontrollmittelwert von 48% (95% CI 79% bis 108%)). In beiden Ländern zeigten die Teilnehmer*innen ein höheres Wissen über Risikofaktoren, Symptome und Komplikationen von NCDs (Indonesien: +0,29 SD (0,13-0,45), Vietnam: +0,17 SD (0,03-0,30)). Das verbesserte Wissen spiegelt sich jedoch nur teilweise in einem verbesserten Gesundheitsverhalten (Vietnam: Obstkonsum +0,33 SD (0,15-0,51), Gemüsekonsum +0,27 SD (0,04-0,50)), Body Mass Index (BMI) (Vietnam: BMI -0,07 SD (-0,13 bis -0,00)) oder metabolischen Risikofaktoren (Indonesien: systolischer Blutdruck: -0,13 SD (-0,26 bis -0,00)) wider.
Fazit: Gemeindebasierte Programme für nichtübertragbare Krankheiten sind gut geeignet, um die Früherkennung zu verbessern und Gesundheitswissen zu vermitteln. Aufgrund ihrer großen Reichweite in der Gemeinde können sie eine wertvolle Ergänzung zu den Vorsorgeangeboten der primären Gesundheitsversorgung darstellen. Die begrenzte Reichweite, die unzureichenden Ressourcen und die hohe Personalfluktuation stellen jedoch nach wie vor ein Problem dar.
Den gesamten Artikel können Sie als Open-Access-Publikation auf der Seite des Verlages lesen.
Um mehr über die Forschungsinteressen von Manuela Fritz zu erfahren, können Sie ihr Website-Profil lesen.