Politische Herausforderungen thematisieren, Lösungsstrategien durchleuchten: Munich Talks, die neue Vortragsreihe setzt die lange Tradition der Hochschule für Politik München als Begegnungsstätte von Politikwissenschaft, politischer Bildung und politischer Praxis fort. Hochkarätige Wissenschaftler, bekannte Politiker und Policy Maker analysieren im Rahmen von Munich Talks aktuelle politische Entwicklungen und Entscheidungsprozesse der politischen Praxis - Politik und Politikwissenschaft werden somit für eine breitere Öffentlichkeit praktisch erlebbar.


July 13 - European Politics and Governance in Challenging Times

Vor rund 200 geladenen Gästen war der ehemalige EU-Kommissionspräsident, José Manuel D. Barroso, zu Gast an der Hochschule für Politik München.

Nach der Begrüßung durch die Reformrektorin, Prof. Dr. Eugénia da Conceição-Heldt, und den Präsidenten der Technischen Universität München, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann, skizzierte Barroso in seinem Vortrag „European Politics and Governance in Challenging Times“ die Herausforderungen für die Europäische Union in den kommenden Jahren. „Europaen Union is a community of values - like freedom, democracy, human rights and we need to promote these values“, so Barroso. Der ehemalige EU-Kommisionspräsident sieht die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und einem selbstbewussten Frankreich als eine unverzichtbare Voraussetzung, um europäische Werte und Kultur weiter nach vorne zu bringen. Solidarität und Verantwortungsbewusstsein seien dabei zentrale Werte, um den Zusammenhalt innerhalb Europas zu stärken.


Feb 16 - The End of the EU? Liberal Intergovernementalism in the Context of Current Crises

„The Euro is making people hate the European Union.“ Wer die aktuelle Krise Europas lösen wolle, der müsse sich mit Eurokrise und makroökonomischen Defiziten beschäftigen, so die Diagnose des Politikwissenschaftlers Andrew Moravcsik, Professor of Politics and International Affairs an der Princeton University.

Moravcsik eröffnete mit seinem heutigen Vortrag “The End of the EU? Liberal Intergovernementalism in the Context of Current Crises“ die Vortragsreihe Munich Talks der Hochschule für Politik München. Moravcsik ist einer der renommiertesten Politikwissenschaftler weltweit und forscht in den Bereichen Internationale Organisationen, Menschenrechte, Europäische Integration sowie die Außenpolitiken der USA und Europa.

In seinem Vortrag diagnostizierte Moravcsik vier Krisen der Europäischen Union: Die geopolitische Bedeutung Europas, das Aufkommen rechtspopulistischer Bewegungen, die Migrationsbewegung und die makroökonomische Leistungsfähigkeit Europas. Europäische Migrationspolitik, Eurokrise und ökonomische Ungleichverteilung wertete er als hochsensible Themenfelder, die Wähler unmittelbar beschäftigen würden und u.a. Gründe für das Aufkommen antieuropäischer Bewegungen seien. Es sei daher dringlichste Aufgabe der EU, die Krise der europäischen Gemeinschaftswährung zu lösen, um mehr Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung für Europa zu schaffen. Seine Antwort auf die Frage, wie die Zukunft des Euro aussehen könne, „Only Germans can decide.“